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Santiago de Chile – ein Herbstausflug

Chile – Ausflüge zwischen Wüste, Bergen und Gletschern

Chile. Ein Land, mehr als doppelt so groß wie Deutschland und mit weniger als ¼ an Einwohnern, das sich über geschlagene 4275 Kilometer an der an der Westküste Südamerikas entlang schlängelt. An der breitesten Stelle ist Chile gerade mal 440 Kilometer breit, an der engsten sind es etwa 90 Kilometer. Dadurch, dass Chile ein so langgezogenes Land ist, hat es unglaublich viele verschiedene Klimazonen. Im Norden die Atacama Wüste, im Süden Patagonien mit seinen Bergen, Fjorden und Gletschern.

Santiago de Chile – ein Ausflug in die Mitte Chiles

Santiago de Chile, die Hauptstadt dieses atemberaubenden Landes, liegt in der Region Metropolitana, etwa in der Mitte des Landes und ist das unbestrittene Zentrum Chiles. Knapp die Hälfte der Einwohner lebt in Santiago.

Dicke Luft in Santiagos Talkessel

Die Stadt liegt in einem Talkessel und ist eine der modernsten und sichersten Städte Südamerikas. Allerdings hat Santiago, dank seiner Lage, sehr mit Luftverschmutzung zu kämpfen. Der Talkessel hat einen Durchmesser von ca. 50 Kilometern und liegt in etwa 500 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen befinden sich Gebirgshöhen von über 1800 Meter, im Osten liegen die Anden, die Höhen von bis zu 6000 Metern haben und nach Norden und Süden erheben sich ebenfalls Hügel, wodurch die Stadtluft bei Inversionswetterlagen im Talkessel gefangen ist und einen Luftaustausch oft tagelang kaum möglich ist.

Leider lässt sich Santiago nicht beschreiben, ohne auf die Luftverschmutzung hinzuweisen. Trotz alledem ist Santiago einen Besuch mehr als wert. Wie schon erwähnt ist gehört die Stadt zu einer der sichersten Lateinamerikas und hat eine gut funktionierende Infrastruktur. Die U-Bahnen fahren den ganzen Tag über bis ungefähr 23 Uhr Nachts, danach muss man Busse nehmen, die rund um die Uhr fahren.

CC BY-SA 3.0, Michael Ertel

Parks und Ausflugsziele in Santiago de Chile

Santiago hat zahlreiche Parks und Cerros (Hügel). Der höchste, von dem aus man unumstritten den besten Blick über Santiago hat, ist der Cerro San Cristóbal. Er liegt im Herzen der Stadt und, wenn man sich auf dem Gipfel des Berges ist, befindet man sich etwa 300 Meter über der Stadt. An klaren Tagen reicht die Sicht bist auf die Anden. Der beste Moment, um die Aussicht zu genießen, ist der Tag nach einem Regentag, da ist die Sicht am klarsten und man kann die Aussicht in vollen Zügen genießen. San Cristóbal bedeutet so viel wie „Berg Gottes“, der Park, der sich über den Berg und einige weiterer naheliegende Hügel erstreckt, heißt Parque Metropolitano und hat eine Fläche von 722 ha, was ihn zum einen zur größten Grünfläche Santiagos macht und zum anderen zu einem der größten stätischen Parks der Welt.

Man hat aber nicht nur eine wunderbare Aussicht, auch sind dort Attraktionen zu finden, wie beispielsweise Freibäder oder sogar ein Zoo. Zum Fahrradfahren, joggen oder für Zumba Stunden ist der Cerro San Cristóbal ebenfalls sehr beliebt. Bevorzugt man etwas mehr Ruhe, kann man jeden Samstag und Sonntag um 10 Uhr morgen zu den kostenlosen Yogastunden im Jardin Mapulemu gehen, die bei jedem Wetter und das ganze Jahr hindurch stattfinden.

Günstig einkaufen auf Santiagos La Vega Central Market

Der Cerro San Cristóbal ist aber bei weitem nicht die einzige Attraktion Santiagos. Auch der La Vega Central Market ist einen Besuch wert. Wer günstig leben will in Chile, der kauft auf den Märkten ein und nicht etwa im Supermarkt. In jedem Viertel Santiagos gibt es an nahezu jedem Tag der Woche einen Markt, auf dem man sich nicht nur mit Lebensmittel versorgen kann, sondern auch mit anderen nützlichen Dingen für den Haushalt. Die meisten Märkte sind bis ungefähr 15 Uhr geöffnet und befinden sich entweder auf dafür vorgesehenen Plätzen oder auf Straßen, die für Autofahrer zu den Öffnungszeiten dann natürlich gesperrt sind. La Vega ist das ganze Jahr über geöffnet und ist eindeutig der größte Markt Santiagos. Es ist immer voll und es gibt unheimlich viel zu sehen, allerdings sollte man darauf aufpassen, dass man vor lauter Staunen nicht vergisst, auf seine Wertsachen aufzupassen. La Vega ist eine beliebte Sehenswürdigkeit, seine vorrangige Funktion ist aber tatsächlich eine Einkaufsmöglichkeit für Einheimische. Touristen, die sich den Markt ansehen wollen, werden von Taschendieben ohne Probleme erkannt und Unachtsamkeit kann schnell unangenehme Folgen haben.

CC BY 2.0, Germán Poo-Caamaño

Tipp: Ein alkoholisches Erdbeben

 

In Chile gibt es ein Getränk das sich Terremoto nennt, was übersetzt „Erdbeben“ heißt. Es gibt verschiedene Varianten, der klassische Terremoto besteht aber aus Ananaseis, jungem Weißwein, süßem Kräuterschnaps und Grenadine. Den Namen „Erdbeben“ trägt das Getränk nicht umsonst, normalerweise reicht einer um die Wirkung des Alkohols deutlich zu spüren. Einer der beliebtesten Orte Santiagos um einen Terremoto zu trinken ist „La Piojera“, eine der ältesten Kneipen Chiles. Einheimische und Touristen tummeln sich in Scharen in dieser Bar und an Freitagen oder Samstagen einen Sitzplatz zu bekommen, ist nahezu unmöglich.

Das zweite und ebenfalls sehr bekannte Nationalgetränk Chiles ist der Pisco Sour. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, aber das Grundrezept besteht aus Zitronensaft, Pisco (ein Destillat aus Traubenmost, das Nationalgetränk Chiles und Perus) und Zucker. Der Pisco Sour wird als edleres Getränk angesehen als der Terremoto, weswegen er in nahezu allen Restaurants serviert wird, was beim Terremoto durchaus nicht der Fall ist.

Kraft tanken und die Sonne genießen am Plaza de Armas

Will man sich entspannen, die Sonne genießen und den unterschiedlichsten Straßenkünstlern bei ihrem Schauspiel zusehen, ist der Plaza de Armas im Herzen von Santiago der ideale Aufenthaltsort. Umrahmt von großartigen neoklassizistischen Fassadenfronten zählt er zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Santiago. Außerdem ist er ein perfekter Ausgangspunkt für Stadtführungen, die mehrmals täglich von dort losgehen und denen man sich einfach anschließen kann. Sie dauern im Allgemeinen mehrere Stunden, sind kostenlos (eine Spende am Schluss ist aber normal) und es gibt verschiedene Routen, die man wählen kann. Will man aber auf dem Plaza de Armas bleiben, gibt es genügend Sehenswürdigkeiten die man sich ansehen kann, wie beispielsweise die Catedral Metropolitana, das Casa Colorada (in dem sich das historische Stadtmuseum befindet) oder das ebenfalls sehr sehenswerte städtische Postamt an der Nordseite des Platzes.

„Im Herzen von Santiago“ ist übrigens eine sehr treffende Beschreibung für den Plaza de Armas. Um diesen Platz herum, der vom Stadtgründer Pedro de Valdivia selbst angelegt wurde, entstand 1541 Chiles Hauptstadt. Der Platz bildet als architektonisch das Zentrum des schachbrettartigen Layouts von Santiago. Nach dieser Art sind fast alle Städte Chiles – und auch viele in anderen Südamerikanischen Ländern – angelegt. Will man also ins Stadtzentrum, fragt man einfach nach dem Plaza de Armas.

Ausgehen in Santiago de Chile

Die Chilenen sind, im Vergleich zu anderen Ländern Südamerikas, eher zurückhaltend. Auf das Nachtleben Santiagos trifft das allerdings nicht zu. Es stimmt schon, man kommt in etwa 2 Stunden früher nach Hause als beispielsweise in Buenos Aires, 2 Stunden früher bedeutet aber im Normalfall 7 oder 8 Uhr morgens. Viele Clubs öffnen erst um 23 Uhr und erst ab 1 Uhr nachts wird es voller. Geschlossen wird bei Sonnenaufgang. Kommt man aus dem Klub oder der Bar raus, findet man zahlreiche Straßenverkäufer mit Empanadas, Completos (eine Art Hot-Dog, ein äußerst beliebtes Essen in Chile) oder einen Lomitos (Steak-Sandwich). Es gibt, je nachdem wer gerade verkauft und in welchem Viertel man ist, noch weiteres Essen, mit diesen drei Snacks ist aber sicher zu rechnen.

Das beliebteste und bekannteste Viertel des Nachtlebens Santiagos ist der Stadtteil Bellavista. Es gibt unzählige Bars, Cafés, Bistros, Restaurants, Kneipen und Nachtclubs. Auch Kunstgalerien oder Kunsthandwerkermärkte sind hier zu finden. Die Märkte sind nicht unbedingt günstig, will man aber ein schönes Souvenir kaufen, findet man in diesem Viertel garantiert etwas. Ein Besuch lohnt sich sowohl tagsüber als auch in der Nacht. Man kann unproblematisch einen ganzen Tag durch das Viertel bummeln, ohne dass einem langweilig wird. Das frühere Zuhause des chilenischen Dichters Pablo Neruda liegt ebenfalls in diesem Viertel. Livemusik wird in den verschiedensten Bars angeboten, neben Lesungen und Stand-Up-Comedy. La Casa en el Aire, ein kleines, gemütliches, zweistöckiges Restaurant ist ein sehr beliebter Anlaufpunkt. Das Essen ist vorzüglich und an kalten Tagen ist der „Vino Navegado“, ein heißer Wein, vergleichbar mit unserer Feuerzangenbowle, allerdings etwas anders hergestellt, sehr zu empfehlen.

Ein Stadtviertel Santiagos für jeden Geschmack

Jedes Viertel Santiagos hat seinen eigenen Stil und es kommt einem beinahe so vor, als würde man durch verschiedene Städte laufen. So ist das eher weniger bekannte Barrio Italia beispielsweise von kleinen, hübschen Häusern gesäumt mit ebenso kleinen Läden, Cafés und Restaurants. Es ist nicht besonders groß, um dort einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen und ein leckeres Abendessen zu sich zu nehmen, ist es aber ideal.

Wechselt man hingegen in das Barrio Brasil, findet man sich wieder in einer Umgebung wo es an fast jeder Ecke Street Art zu bestaunen gibt. Es war einmal das Viertel der reichsten Familien Santiago, den vergangenen Glanz kann man auch heute noch sehen. Ein Spaziergang durch dieses Viertel ist wie ein Crashkurs in Architektur. Von allem lässt sich etwas finden, die verschiedensten Bauarten stehen direkt nebeneinander.

Wann beginnt deine Reise nach Santiago de Chile?

Santiago de Chile, eine Stadt, die ohne Zweifel einen Besuch wert ist. Im Sommer kann es sehr warm werden, die perfekte Besuchszeit ist im Herbst oder im Frühling. Regnen wird es in dieser Zeit sehr, sehr selten und wenn, dann maximal einen Tag. Zwar sollte man ein Auge auf seine Sachen haben und nicht blind in jedes Viertel laufen, bringt man aber etwas mehr Zeit mit, lohnt es sich auf jeden Fall die Stadt abseits der Hauptattraktionen zu erkunden.

Ich empfehle euch die Reise einige Monate vorab zu planen. Mir hat dabei die Flugsuche über Momondo sehr weitergeholfen.

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